Freiwilligkeit und Selbstbestimmung des Hundes in der zoophilen Beziehung

Wenn man mit Leuten auf der Straße spricht, bekommt man nahezu immer gesagt: „Die Hunde machen „das“ doch nicht freiwillig.“ Oder man bekommt zu hören: „Die Hunde sind sicher „darauf“ trainiert“. Auch wird oft gesagt: „Die Hunde werden gewaltsam „dazu“ gezwungen.“

Was ist gemeint mit „das“, „darauf“, „dazu“?

Gemeint ist der sexuelle Verkehr mit Hunden.

Der Gedanke wirkt auf die meisten Menschen abstoßend. Die Vorstellung, Sex mit einem Hund zu haben, ist für sie grausam und ekelerregend. Dieser subjektive Eindruck des Ekels wird dann damit erklärt, dass die Hunde das nicht freiwillig machen. Das ganze nach dem Motto: „Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Es kann nicht sein, was so abgrundtief ekelig ist.“

Nun ist Ekel kein objektiver Begriff.

Jeder Mensch findet andere Dinge eklig. Manche ekeln sich vor Spinnen, vor Insekten, vor Hundehaaren im Essen, von einem Hund abgeleckt zu werden.

Ich ekel mich vor Spinat. Schon der Gedanke daran ist einfach widerwärtig. Dennoch plädiere ich nicht für ein Verbot des Spinatanbaus.

Lassen wir also mal den subjektiven Eindruck des Ekels außen vor. Wenn Sie die Vorstellung Sex mit einem Tier zu haben, abstoßend und ekelig finden, ist das Ihr gutes Recht.

Bleiben wir aber bei den Dingen, die wir objektiv betrachten können. Sehr interessant sind dabei die folgenden beiden Fragen:

  1. Ist ein Tier in der Lage, uns seinen Willen und Unwillen unmissverständlich mitzuteilen und diesen ggf. auch durchzusetzen?
  1. Ist ein Tier freiwillig dazu bereit, Sex mit einem Menschen zu haben? 

(Anmerkung des Autors: Aufgrund meiner Tätigkeit und Erfahrung, kann ich dies nur für die Familie der Caniden beantworten. Für andere Tierfamilien ist eine Beantwortung dieser Fragen aufgrund meines fehlenden Wissens nicht möglich, dazu darf aber gerne jemand anderes etwas schreiben)

Befassen wir uns zuerst mit der ersten Frage.

Ist ein Hund in der Lage, seine Gefühle und seinen Willen unmissverständlich mitzuteilen und durchzusetzen?

Betrachten wir dazu zunächst die Mittel, die einem Hund zur Kommunikation zur Verfügung stehen.

Im wesentlichen verfügt ein Hund über 2 Kommunikationswege: Lautäußerung und Körpersprache.

Zur Lautäußerung gehören Bellen, Knurren, Winseln, Jaulen.

Diese Lautäußerung ist immer gebunden an eine damit einhergehende Körpersprache.

Bei der Körpersprache kommuniziert der Hund vor allem über Rutenhaltung, Körperstellung, Stellung der Nackenhaare, Stellung der Ohren, Blick und Stellung der Lefzen.

Dies ermöglicht einem Hund ein erstaunliches Repertoire, unterschiedlichste Stimmungen und Gemütsregungen mitzuteilen.

Jeder hat eine Vorstellung davon, wenn ich ihn frage: „Wie sieht für dich ein aggressiver Hund aus?“

Antwort: „Steil nach oben gestellte Rute, Steifbeinig, Aufgestelltes Nackenfell, Ohren nach vorne, starrer Blick, Lefzen gekräuselt, Zähne gebleckt. Dazu ein tiefes Knurren.“

Niemand würde bei so einem Hund auf die Idee kommen „Ohhh der freut sich aber gerade mich zu sehen“, sondern die instinktive Reaktion des Menschen auf die Körpersprache des Hundes ist „Rückwärtsgang“. Der Hund hat also deutlich geäußert: „Komm mir nicht zu nahe“.

Anderes Beispiel? Aber gerne doch.

Eingekniffene Rute, gebückte Haltung, an den Kopf angelegte Ohren und abgewandter Blick, dazu ein leises Winseln oder Jaulen.

Auch hier würde niemand sagen: „Ohhh, das ist aber ein gut gelaunter Hund, dem scheint gerade die Sonne aus dem Hintern.“ Nein. Die Botschaft des Hundes ist ganz klar: „Ich fühle mich gerade in meiner Haut nicht sehr wohl“.

An diesen zwei – zugegebenermaßen recht extremen – Beispielen lässt sich gut zeigen, wie unterschiedlich Hunde kommunizieren können was sie gerade fühlen. Zwischen diesem sehr Aggressiven und sehr Ängstlichen Ausdruck, gibt es dann noch Unmengen von Variationen und Abstufungen, um genau das ausdrücken zu können, was der Hund gerade fühlt.

Die Frage „Kann ein Hund uns mitteilen, was er gerade fühlt?“ muss man also mit einem deutlichen „JA, kann er!“ beantworten.

Wie ist das aber nun mit seinem Willen? Hat er auch die Möglichkeit, uns seinen Willen unmissverständlich mitzuteilen?

Dazu muss man wissen (steinigt mich nicht, aber es ist nun mal so), dass Hunde von Natur aus Opportunisten sind. Sie versuchen mit vielem was sie tun, einen Vorteil zu erlagen.

Dies ließe sich jetzt seitenlang wissenschaftlich belegen und erörtern, das erspare ich mir aber hier. Ich beschränke mich wieder nur auf zwei Beispiele, die zeigen sollen, dass das, was ich sage, nicht an den Haaren herbeigezogen ist.

Beispiel 1:

Ich habe einen Welpen, dem ich etwas beibringen möchte. Sagen wir mal, ich möchte, dass mein Hund „Sitz“ macht und das ist für ihn völlig neu.

Ich bin jetzt ein bisschen unbedarft und sage zu ihm „SITZ“. Es passiert – richtig – gar nichts. Der Hund guckt mich bestenfalls fragend an.

Also nehme ich mir ein Stück Fleischwurst, zeige ihm das Stück und führe es über die Nase nach hinten. Automatisch setzt sich der Hund hin und in dem Moment sage ich „SITZ“ und gebe ihm die Wurst.

Der Hund lernt also von mir: „Okay. Mache ich Sitz, wenn er das sagt, dann bekomme ich die Wurst.“

Soweit noch nichts besonderes.

Irgendwann wird der Hund aber dazu übergehen, automatisch neben uns Sitz zu machen, wenn wir zum Kühlschrank gehen oder am Tisch sitzen und essen.

Er beschränkt sich also nicht mehr nur darauf, Sitz zu machen, wenn wir ihm das sagen und dann die Wurst zu erwarten, sondern er erwartet sie grundsätzlich wenn er Sitz macht, egal ob wir ihm das vorher gesagt haben oder nicht.

Er versucht also, uns mit seinem Verhalten zu manipulieren.

Beispiel 2:

Mein Hund kommt zu mir, springt zu mir aufs Sofa und legt sich neben mich. Irgendwann fängt er an mich anzuschauen, vielleicht mit der Nase zu berühren oder stupst mich sogar an.

Gedanken versunken, im Fernsehen läuft gerade eine spannende Sendung, fange ich an, ihm hinterm Ohr zu kraulen.

Er dreht sich auf den Rücken, streckt sich lang auf meinem Schoß aus und lässt sich so Brust und Bauch kraulen. Dies machen wir eine ganze Weile, mittlerweile hab ich auch das Fernsehprogramm vergessen und beschäftige mich nur noch mit ihm. Ich rede mit ihm und schenke ihm meine Aufmerksamkeit. In dem Moment springt er auf, geht in sein Körbchen und legt sich dort hin.

Sie ahnen es schon. Er hat mich schon wieder manipuliert. Schon wieder hat er mir seinen Willen auferlegt, nämlich „Alter, vergiss den Fernseher und kraule mich solange, wie ich Lust dazu habe. Wenn ich keine Lust mehr habe, gehe ich einfach.“

Ein bekannter Hundetrainer hat mal die Theorie aufgestellt: „Würde man für jedes Mal, wo wir den Hund manipulieren, oder er uns manipuliert, einen Strich auf ein DinA 4 Zettel in einer Tabelle machen, so würde der Hund 40:1 gegen uns gewinnen.“

Ich stelle die Theorie auf: „Es ist wohl auch 70:1.“

Hunde sind Meister darin, uns zu manipulieren und dafür ist es absolut notwendig, dass sie ein Bewusstsein über ihren eigenen Willen haben und die Möglichkeiten, diesen auch durchzusetzen.

Jeder der Hunde hat, dem werden hunderte solcher Beispiele einfallen, wenn man nur einmal genauer darüber nachdenkt.

So, nach diesem kurzen Ausflug in die Kynologie kommen wir mal wieder zurück zu unserem eigentlichen Thema.

Ich glaube die Beispiele zeigen gut, dass Hunde durchaus in der Lage sind, ihren eigenen Willen zu haben.

Warum sollten sie den nun nicht auch beim Sex haben?

Warum muss Sex nun etwas zwanghaftes sein?

Es ist nicht notwendig, die Hunde darauf zu trainieren oder sie dazu zu zwingen. Sie entwickeln ihre Sexualität ganz von selbst in der Pubertät und fangen dann auch an auszuprobieren.

Dies wird nur im allgemeinen mit Verboten unterbunden. Ein Zoophiler stellt diese Verbote eben nicht auf. Er lässt den Hund experimentieren.

Für den Hund gibt es die moralischen Bedenken nicht, etwas falsches mit seiner sexuellen Annäherung zu tun, wenn wir ihm diese nicht auferlegen. Oft wird ein Bespringen des Beins oder ein Berammeln des Kissens als Dominanzgeste abgetan. So einfach ist das aber nicht, bzw. es ist ziemlich einfach zu unterscheiden, um was es sich handelt.

Wer mal einen dominanten Rüden (bei denen ist es aufgrund der anatomischen Gegebenheit einfacher zu beobachten) gesehen hat, der aus Dominanz besteigt, der wird beobachten, dass dies ohne ein erkennbares Ausfahren der Eichel, Bildung des Schwellkörpers oder Absondern von Friktionsflüssigkeit passiert. Ganz einfach ausgedrückt: „Werde ich von einem Rüden bestiegen und mein Bein ist danach noch trocken, dann war es wohl eher Dominanz.“

Das, was die Leute oft bei ihren Hunden beobachten, die so ein Verhalten zeigen, ist nur in sehr seltenen Fällen Dominanz. Im Normalfall handelt es sich entweder um eine sexuelle Übersprunghandlung oder eine sexuelle Frustrationshandlung.

Eine sexuelle Übersprunghandlung lässt sich am einfachsten erklären mit: Es ist läufige Hündin in der Nähe, der Rüde kommt aufgeregt vom Gassigehen rein und bespringt das erstbeste, was ihm zwischen die Pfoten kommt.

Sexuelle Frustrationshandlung: Naja da werden sich sicher viele Menschen etwas drunter vorstellen können, die mal versucht haben, monatelang auf Sex zu verzichten. Diese Hunde bespringen völlig unkoordiniert alles: Menschen, Gegenstände, … Sie sind generell eher unruhig, mitunter sehr unverträglich mit gleichgeschlechtlichen Artgenossen und jeder andersgeschlechtliche Artgenosse wird massiv bedrängt, egal ob sexuell aktiv oder nicht.

Anatomisch zu können, aber nicht zu dürfen, ist also augenscheinlich auch für den Hund eine massive psychische Belastung.

Das glauben Sie nicht?

Ich kenne eine ganze Menge Hunde von zoophilen und nicht-zoophilen Menschen. Bei Hunden von Zoophilen ist mir noch keiner untergekommen, der eine sexuelle Frustrationshandlung gezeigt hat, warum wohl?

Wie sicher schon bemerkt worden ist, nähren wir uns nun der zweiten zu Anfang dieses Textes gestellten Frage, nämlich der Freiwilligkeit.

Zunächst einmal sehe ich keinen Grund dafür, warum ein Hund einen Menschen nicht als Sexualpartner ansehen sollte, wo der Mensch doch auch ansonsten der Partner in der Beziehung ist. Wir gehen mit ihm Gassi, wir versorgen ihn, wir kümmern uns um ihn. Für den Hund sind wir sein Partner. Für unsere Hunde ist der Mensch ein etwas komisch aussehender, in seinen Handlungen und Leistungen sehr verkümmerter Hund.

Es ist also nur naheliegend für den Hund, uns auch als Sexualpartner anzusehen und die Hunde tuen das auch, wenn man sie entsprechend lässt.

Wer Hunde in einer hündischen Sexualpartnerschaft mal beobachtet, wird feststellen, dass so manche dieser Verhaltensweisen auch von unseren Hund bei uns angewandt wird. Lassen wir dies uneingeschränkt zu, so werden wir für ihn auch zum Sexualpartner. Genau das ist das, was Zoophile mit ihren Hunden machen.

Nichts desto trotz besteht natürlich ein Abhängigkeitsgefälle. Dies zu leugnen wäre Heuchelei.

Wir sind sein vorrangiger Sozialpartner, mit dem er interagiert.

Wir sind derjenige, der ihn füttert und pflegt.

Der Hund ist von uns abhängig.

Er ist halt kein Wolf mehr, der sich selbst versorgen kann und den Menschen nicht braucht.

Unsere Hunde brauchen uns.

Die Frage ist also nicht, gibt es ein Abhängigkeitsgefälle, sondern nutzt man diese Abhängigkeit aus.

In einer gesunden Hund-Mensch-Beziehung ist der Mensch als Alpha akzeptiert. Dies bedeutet, der Hund ordnet sich bedingungslos unter. Ich kann also mit meinem Hund Dinge machen, die ihm vielleicht nicht gefallen und oft muss ich das sogar tun.

Ich lasse ihn bei Fuß gehen, obwohl er lieber frei laufen würde, ich halte ihn von anderen Tieren fern, die er vielleicht jagen wollte, von anderen Hunden, die er vielleicht verhauen will. Ich diktiere ihm was, wann und wie viel er zu fressen hat und wie er sich in unserer Umwelt zu benehmen haben.

All das sind Zwänge, die ich meinem Hund auferlege.

Aber auch diese Möglichkeit, Zwänge aufzuerlegen ist begrenzt.

Das, was für jeden Hundehalter normale Erziehung ist, ist die Auferlegung von Zwängen. Dies funktioniert deshalb bei Hunden so gut, weil sie genau für diese Eigenschaften domestiziert worden sind. Bei anderen Haustieren geht das deutlich schlechter. Oder haben Sie schon mal versucht, einer Katze „Sitz“ oder „Bei Fuß“ beizubringen?

Diese domestizierte Eigenschaft – der sogenannte „will to please“, über den der Haushund verfügt – überwiegt allerdings nicht dem Selbsterhaltungsinstinkt eines Tieres. Jeder, der seinen Hund schon einmal einer schmerzaften medizinischen Behandlung unterzogen hat oder einen verletzten Hund hatte, kennt das. Da trifft man auf einmal auf massive Gegenwehr des ansonsten so lieben Familienhundes.

Würde ich also meinen Hund, z.B. beim Sex, einem körperlichen Zwang aussetzen und ihm vielleicht sogar noch Schmerzen zufügen, so muss ich mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit mit einer massiven Gegenwehr rechnen. Um diese Gegenwehr zu brechen, müsste ich massive körperliche Gewalt ausüben. Seien wir nicht naiv: Je nach Größe eines Hundes sind wir ihm körperlich weit unterlegen.

Wir bewegen uns dabei aber schon sehr weit in dem Bereich des Zoosadismus. Das hat nichts mehr mit Zoophilie zu tun und wird von Zoophilen massiv verurteilt, abgelehnt und auch verfolgt.

Eine zoophile Partnerschaft beruht auf der Freiwilligkeit und dem Einverständnis beider Partner und genau in diesen Bereich möchte ich nun zum Ende auch noch einmal zurückkommen.

Häufig wird auch der Vergleich gezogen zwischen Zoophilen und Pädophilen.

Dieser Vergleich mag im ersten Augenblick sogar logisch sein, hinkt aber bei genauer Betrachtung gewaltig.

Dieser Vergleich beruht darauf, dass die Leute ihr Tier und ihr Kind gleich setzen. Ihr Hund benötigt ihre Pflege und Zuneigung – ihr Kind genauso.

Es gibt aber einen sehr gravierenden Unterschied, warum dieser Vergleich absolut non-causal ist.

Bei der sexuellen Partnerschaft mit einem Hund haben sie es mit einem erwachsenen Partner zu tun, der sich seines eigenen Körpers, seiner eigenen Bedürfnisse und seines eigenen Willens bewusst ist.

Ein Hund weiß genau was er möchte und was nicht (Beispiele habe ich dafür ja gegeben). Ein erwachsener Hund ist physiologisch und psychologisch in der Lage sexuell aktiv zu sein. Seine Körperfunktionen und Körperreaktionen sind denen eines erwachsenen Menschen sehr ähnlich. Er ist in der Lage, Freude, Leid, Schmerz, Wohlbefinden und auch nicht zuletzt sexuelle Lust zu empfinden.

Die biologische Meinung, Tiere würden keinerlei Gefühle empfinden bei der Paarung, sondern sie lediglich aufgrund ihrer Instinkte und zum Zwecke der Arterhaltung vollziehen, ist längst bei weitestgehend allen höher entwickelten Lebewesen überholt und widerlegt.

Es ist möglich, seinen Hund zum Sex zu zwingen, das will ich gar nicht abstreiten. Dies hat aber nichts mit Zoophilie zu tun.

Die Hunde von Zoos haben Spaß an ihrem Leben, sind freundliche und aufgeschlossene Hunde, wie die Hunde von Nicht Zoophilen Menschen auch.

Darüber hinaus haben sie, völlig freiwillig und ohne Zwang, Sex mit ihrem menschlichen Partner und genießen das genauso, wie der Mensch dies auch tut.

Sie sind denkende, fühlende Lebewesen, die sehr gut in der Lage sind zu unterscheiden, was ihnen gefällt und was nicht.

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